MZ 01.09.2012

Moderator: UweL.

MZ 01.09.2012

Beitragvon eddi » 12.09.2012, 08:36

Neunzig Jahre auf der Bahn
VON PHILIP THOMISCH, 31.08.12, 18:57h, aktualisiert 31.08.12, 21:17h

EDDERITZ/MZ. 144 Jahre, drei Generationen und 90 Jahre Kegelerfahrung. Diese Zahlen beschreiben die Kegelfamilie Stortz schon sehr gut. Großvater, Vater und Sohn sind seit vielen Jahren dem Kegelsport verfallen und blicken auf Erfolge und Niederlagen stets gemeinsam zurück.
Mit einem Lächeln erinnert sich auch der gebürtige Köthener Peter Stortz, der das Kegeln in die Familie brachte und nun schon an zwei Generationen weitergegeben hat. Ursprünglich kam er durch einen Freund zum ersten Mal auf die Bahn und ging dann vor 35 Jahren nach Edderitz. "47 der 90 Jahre Kegeln unserer Familie gehen auf mich zurück. Man könnte also sagen, ich kann bald in Kegelrente gehen", lacht der gelernte Konditor, der gemeinsam mit seinem Enkel Stefan für den SV Edderitz auf die Bahn geht.

"Ich bin schon lange Mannschaftskapitän der Senioren hier", erzählt Peter Stortz, "aber nur, weil manchmal kein anderer bereit stand." Dass am Ende aber das Engagement zählt, weiß der 78-Jährige, der gerade mit seinem Team in die Landesklasse aufgestiegen ist.

Sein Enkel Stefan, der in Dessau ansässig ist, spielt mittlerweile in der Verbandsliga und damit in der höchsten Spielklasse Sachsen-Anhalts.

"Derzeit ist er der beste Spieler unserer Familie", berichtet sein stolzer Vater Gunnar. Stefan Stortz erinnert sich besonders an das Jahr 2002. "Bei der Landesmeisterschaft in Zerbst habe ich vor 100 Zuschauern gespielt. Das war schon ein ganz tolles Gefühl", blickt der gelernte Physiotherapeut zurück, der vor 13 Jahren in Köthen mit dem Kegeln begann und dort von einem Kegeltrainer angelernt wurde.

Talent und Technik hat er allerdings schon von Großvater und Vater geerbt. "Mein Stil ist etwas schärfer. Ich versuche immer, die Schultern gerade zu halten, um konstant zu kegeln. Ich war aber auch noch nicht oft verletzt", beschreibt sich der 22-Jährige, der dafür zwei Mal in der Woche trainiert. "Der Junge ist noch frisch. Ich zum Beispiel habe langsam Probleme runter zu kommen. Das beeinflusst schon den Kegelstil", schätzt sich wiederum sein Großvater ein.

Von Verletzungsproblemen kann jedoch sein Vater Gunnar berichten. Dieser spielt als einziger Stortz nicht in Edderitz, sondern in Drosa und kegelt in der Kreisklasse. "Wegen diverser Verletzungen musste ich die Haupthand wechseln und kegle jetzt mit links. Deswegen kann ich derzeit nicht hochklassig angreifen", bedauert der ebenfalls in Dessau ansässige Disponent. Dafür engagiert er sich als Kassenwart des Kegelkreisverbandes und als Vize-Präsident des Kegelverbandes Anhalt-Bitterfeld.

Auf die Frage, was nun eigentlich die Frauen der Familie mit dem Kegeln zu tun haben, meint er mit einem Grinsen: "Ich habe hier auf der Kegelbahn in Edderitz geheiratet. Und das war auch Absicht", meint der 44-Jährige. Passend zu seiner Leidenschaft und Familientradition, gründete er in den frühen Neunzigern das Vater-Sohn-Turnier in Edderitz. Im Mittelpunkt steht dabei, den Sport an die nächste Generation weiterzugeben und die Kegelgemeinschaft zu erhalten.

Auf die Frage, ob bei Familie Stortz bald eine weitere Generation hinzukommt, antwortet der Jüngste zurückhaltend: "Noch ist nichts in Planung". Aber auch so kommen in jedem Jahr und mit jeder Saison drei weitere Jahre Kegelerfahrung für das Team Stortz hinzu. 2015 erreicht die Familie dann die 100 Jahre. Es sei denn, eine der Frauen entdeckt vorher noch den Kegelsport für sich.

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